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Lebensversicherung

Betriebliche Altersversorgung - 12.03.2020

bAV-Praxistipp 12 - GKV-Betriebsrentenfreibetragsgesetz

Wenn es darum geht, warum eine betriebliche Altersversorgung in Form einer Direktversicherung für den Arbeitnehmer nicht lohnenswert sei, fällt schnell das Wort "Doppelverbeitragung in der Krankenversicherung".

In unserem Artikel erklären wir das neue, zum 01.01.2020 in Kraft getretene GKV-Betriebsrentenfreibetragsgesetz (GKV-BRG) und seine Auswirkungen auf heutige und zukünftige Betriebsrentner.

 

Welche Beiträge zahlen Betriebsrentner überhaupt auf die Leistungen ihrer betrieblichen Altersversorgung?

  • den vollen allgemeinen Krankenversicherungsbeitrag in Höhe von 14,6%
  • den kassenindividuellen Zusatzbeitrag
  • den Beitrag zur Pflegeversicherung in Höhe von 3,05%
  • ggf. den Beitragszuschlag zur Pflegeversicherung in Höhe von 0,25%

 

Was sind Versorgungsbezüge?

Versorgungsbezüge sind "der Rente vergleichbare Einnahmen, soweit sie wegen einer Einschränkung der Erwerbsunfähigkeit oder zur Alters- oder Hinterbliebenenversorgung erzielt werden,...", also Renten der betrieblichen Altersversorgung einschließlich der Zusatzversorgung im öffentlichen Dienst und der hüttenknappschaftlichen Zusatzversorgung.

Nicht als Versorgungsbezüge gelten beispielsweise Leistungen aus Riester und privater Altersvorsorge.

 

Wie werden diese Versorgungsbezüge verbeitragt?

Laufende Renten werden mit dem monatlichen Zahlbeitrag verbeitragt:

  • Rentenzahlung: Bemessungsgrundlage x aktueller Beitragssatz

Bei Kapitalzahlungen wird die Kapitalzahlung fiktiv auf 120 Monate (1/120 x Kapitalzahlung) aufgeteilt und dann für max. 120 Monate verbeitragt:

  • Kapitalzahlung: (fiktiver) monatlicher Zahlbeitrag x aktueller Beitragssatz

 

Was wurde im GKV-BRG geändert - und was nicht?

  • Zur Freigrenze für Arbeitseinkommen und Versorgungsbezüge, die weiterhin gilt, kommt nun ausdrücklich nur für Betriebsrenten ein Freibetrag hinzu
  • Bei Bezug von mehreren Betriebsrenten muss die jeweilige Krankenkasse der Zahlstelle melden, wie der Freibetrag zur verwenden ist
  • Der Freibetrag wird ausdrücklich nicht auf Beiträge zur gesetzlichen Pflegeversicherung angewendet.
  • Der Freibetrag gilt auch nicht für freiwillig Versicherte

 

Unterschied: Freigrenze und Freibetrag

 

Wann erfolgt die Umsetzung des Gesetzes?

Das Inkrafttreten der Regelung bereits zum 01.01.2020 stellt die Beteiligten vor erhebliche Herausforderungen.

Es muss davon ausgegangen werden, dass ein solches Meldeverfahren zwischen den Krankenkassen und den Zahlstellen der Versorgungsbezüge voraussichtlich nicht vor 2021 etabliert werden kann.

In der Konsequenz wird es im Kalenderjahr 2020 zunächst zu fehlerhaften Beitragsberechnungen kommen, die nachfolgend aufwändig rückabzuwickeln sind.

 

Praxistipp 12

Für genauere Informationen finden Sie hier unseren hilfreichen Praxistipp:

Für weitere Infos wenden Sie sich gerne an die bAV-Vertriebsunterstützung

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