EU-Versicherungsvertriebsrichtlinie IDD

Beratungspflicht bei Versicherungsanlageprodukten

Gilt ab 23.02.2018 - die neue Versicherungsvertriebsrichtlinie (IDD)

Mit der Versicherungsvertriebsrichtlinie (Insurance Distribution Directive – IDD) gelten ab 23.02.2018 neue Beratungspflichten bei Versicherungsanlageprodukten. Das betrifft aufgeschobene Renten- und Kapitalversicherungen in der 3. Schicht.

Zukünftig muss vor Vertragsabschluss zwingend eine Angemessenheits- und Geeignetheitsprüfung durchgeführt und dokumentiert werden. Das soll sicherstellen, dass nur Produkte empfohlen und verkauft werden

  • die einerseits zu den Wünschen und Bedürfnissen des Kunden passen
  • und andererseits auch vom Kunden verstanden werden.

Die dazu gehörenden notwendigen Dokumentationspflichten werden über den Antrag und ein Beiblatt (# 3603) gelöst.

 

Ergänzung vom 28.08.2018 - Zielmarktdefinitionen und Pflichten für Vermittler

Ein Teil der gesetzlichen Anforderungen gemäß IDD ist die Verpflichtung zur Erstellung und Veröffentlichung von Zielmarktdefinitionen. Vermittler sollten die Produkte nur innerhalb des Zielmarktes anbieten. Andernfalls muss der Vermittler den Verkauf von Produkten außerhalb des Zielmarktes begründen.

Im neuen Abschnitt Zielmarktdefinitionen - am Ende dieser Seite - erfahren Sie, was bei der neuen Rente Invest Garant ab 28.08.2018 zu tun ist

 

Detailübersicht

In der nachfolgenden Übersicht haben wir für Sie zusammengestellt, was Sie tun müssen, um der neuen Beratungspflicht gerecht zu werden.

Welche Produkte sind betroffen?
Was gilt für die Angemessenheitsprüfung?
Was gilt für die Geeignetheitsprüfung?
Wie funktioniert die Prüfung bei der Continentale Leben?
Das Beiblatt zur Angemessenheits- und Geeignetheitsprüfung
Wann gilt die Angemessenheits- und Geeignetheitsprüfung im Bestand?

Was gilt für die Zielmarktdefinitionen?

Für alle Produkte (inkl. Biometrie und Altersvorsorge in Schicht 1 und 2) - die ab dem 23.02.2018 eingeführt oder wesentlich verändert werden gilt außerdem: Alle Versicherer müssen prüfen, ob ihre Produkte im sogenannten Zielmarkt vertrieben werden. Vermittler sind verpflichtet zu dokumentieren, falls sie Produkte außerhalb des Zielmarktes vertreiben. Dadurch kann überprüft werden, ob das Produkt die Anforderungen des Zielmarkts erfüllen kann. 

Was ist eine Zielmarktdefinition?

Die Zielmärkte sind vom Versicherer, gemäß IDD, zu definieren. Für jeden Tarif ist dazu eine entsprechende Zielmarkt-Beschreibung zu erstellen, mit den wesentlichen Merkmalen des Produktes. Sie skizziert für welche Kunden das Produkt geeignet ist und für welche Kunden es nicht geeignet ist. Bei uns enthält sie außerdem auch die Optionen und Gestaltungsmöglichkeiten, sowie die Verkaufsbegrenzungen.

Die Continentale Lebensversicherung stellt ihre Zielmarkt-Beschreibungen im Internet bereit. Kann ein Produkt auch in der betrieblichen Altersversorgung eingesetzt werden, gibt es zum Tarif eine zusätzliche bAV-Zielmarktdefinition

Wo finden Sie die Zielmarktdefinition?

Diese finden Sie künftig als PDF auf der Downloadcenter-Seite des jeweiligen Tarifs und zwar im Abschnitt "Unterlagen für Vermittler". Die erste Zielmarkt-Beschreibung führen wir mit der Rente Invest Garant (Tarif RIG)  und  Rente Invest Garant als Direktverversicherung (Tarif RIG-DV) am 28.08.2018 ein. Für dieses Produkt gilt dann auch die Dokumentationspflicht für Vermittler.

 

Was beinhaltet die Dokumentationspfllicht für Vermittler?

Alle Vermittler sind verpflichtet zu dokumentieren und zu begründen, wenn sie ein Produkt außerhalb des definierten Zielmarktes vertreiben. Dies ist im Antrag zu vermerken - UND - auf einem formfreien Zusatzblatt zu begründen, das mit dem Antrag eingereicht werden muss. Ohne das Blatt ist eine Policierung nicht möglich.

Das Ankreuzfeld finden Sie im Antrag vor der Schlusserklärung - in Anträgen zur Rente Invest Garant (Tarif RIG) ab 28.08.2018; bei allen anderen Tarifen ab 01.01.2019. 

In unserer Beratungssoftware ContiSoft unterstützen wir Sie. Kreuzen Sie im RIG-Antrag an, dass Sie außerhalb des Zielmarktes verkaufen, öffnet sich ein Eingabefeld für Ihre Begründung. Diese kann als Zusatzblatt mit dem Antrag ausgedruckt werden.

Das Zusatzblatt ist eine Erklärung des Vermittlers und ist Bestandteil des Antrags. Es muss nicht vom Kunden unterschrieben werden.